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kein Blatt
vor dem Mund
Markus Schnitzlers Internet-Magazin
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Mama, wir danken dir
Jung, tatöwiert und hilfsbereit
Foto: Wikimedia Commons (CC-Lizenz)
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Sie sind - abgesehen vom medizinischen Personal - üblicherweise die ersten Menschen, die ein neugeborenes Kind in seinem Leben sieht. Die Eltern begleiten ihr Kind mindestens so lange, bis es selbst für sich sorgen kann. Einige Jahrzehnte später kommt es zum Rollentausch. Deshalb sollten wir wie die Band Brings Danke sagen.
Die Buchstaben X und Y symbolisieren oft unbekannte Größen oder geheimnisvolle Erscheinungen. Im Leben des Menschen spielen sie bereits vor der Geburt eine entscheidende Rolle, da sie in Form von Chromosen entscheiden, ob die Weltbevölkerung um ein männliches oder weibliches Exemplar bereichert wird. Wenn sich ein Y zu einem X gesellt, dürfen sich die Eltern über ein Mädchen freuen, und wenn die X-Chromosomen unter sich bleiben, wird die Familie um einen Jungen erweitert. Welches Geschlecht der Nachwuchs erhält, lässt sich kaum beeinflussen. Der Wunsch, den Zufall auszuschalten, ist in Gesellschaften, die Männer den Frauen überordnen, ebenso ausgeprägt wie bei Eltern, die bei mehreren eigenen Kindern Abwechslung wünschen. Doch viel wichtiger als die biologischen Unterschiede ist die Frage, wie Eltern und Kinder sich als soziale Gemeinschaft verhalten.
Ein sehr junger Mensch, der erst vor kurzem das Licht der Welt erblickt hat, ist zunächst völlig hilflos. Er ist selbstständig zu nichts in der Lage außer den automatisch ablaufenden Körperreaktionen, grundlegenden Sinneswahrnehmungen und einfachen Bewegungen. Für Tätigkeiten wie die Nahrungsaufnahme, Fortbewegung oder Körperpflege, die seinen etwas älteren Mitbürgern selbstverständlich erscheinen, braucht solch ein Säugling ständig Hilfe. Die Möglichkeiten zur Kommunikation und zur Verkündung von Bedürfnissen sind zu Beginn des Lebens auf Schreien und ähnliche primitive Lautäußerungen beschränkt. Doch wenn das Baby abwechselnd den Mund schließt und weit öffnet, ist ein Wort wie „Mama“ zu hören. Die erste Bezugsperson, zu der das Kind schon vor der Geburt neun Monate lang engsten Kontakt hatte, wird als erstes angesprochen. Die Anrede „Papa“ für den Erzeuger lässt sich ebenso leicht aussprechen.
Unfreiwillige Eltern, die ihren Nachwuchs als Unfall betrachten oder ihn als störendes Element in ihrer Lebensgestaltung verabscheuen, scheitern bereits in diesem frühen Stadium. Allerdings stehen auch den Erwachsenen, die sich ernsthaft um das Wohlergehen der Kleinen kümmern wollen, weitere Belastungen bevor. Denn so leicht bleibt die Kommunikation zwischen den beiden Generationen nicht. Wenn die Kinder sich in ihrer Umgebung orientiert und einige Zusammenhänge durchschaut haben, melden sie Bedürfnisse an, die weit über die lebenserhaltenden Funktionen hinausgehen. Sie fordern Aufmerksamkeit und wollen möglichst unterhaltsam beschäftigt werden. Da in den jungen Gehirnen noch viel Platz für neue Verbindungen vorhanden ist, benutzen sie immer wieder eines der beliebtesten Wörter bei Kindern: „Warum?“ In dieser Phase können Eltern die Fürsorglichkeit und vor allem Geduld üben, die sie in noch viel stärkerem Maße benötigen, wenn aus den Kindern Jugendliche werden.
Die Pubertät ist die wohl härteste Bewährungsprobe für die Beziehung zwischen Eltern und ihren Nachkommen. Die Teenager entwickeln einen Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung, wobei sie sich häufig durch rebellisches Verhalten von ihren „Alten“ distanzieren. Die Jugendlichen betrachten die beiden Menschen, von denen sie auf ihrem bisherigen Lebensweg geliebt, gefördert und begleitet wurden, nun als uncoole Störenfriede. Eine Familie, die in diesem kritischen Lebensabschnitt noch genug Liebe und gegenseitigen Respekt aufrecht erhält, wird auch in den nächsten Jahrzehnten nicht auseinanderbrechen.
Spätestens wenn die Eltern das Rentenalter erreichen, bekommt der Nachwuchs die Gelegenheit, sich für all die Aufmerksamkeit und Unterstützung, die er in jungen Jahren genossen hat, zu revanchieren. Mit zunehmenden Alter nähern sich die Eltern schließlich bezüglich des Pflegebedarfs dem Zustand von neugeborenen Kindern. Nun können die mittlerweile erwachsenen Kinder - die oft selbst schon Eltern sind - beweisen, was sie im Umgang mit geliebten Menschen gelernt haben. Damit schließt sich der Kreis in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern, die im Idealfall das ganze Leben positiv prägt.
Lesenswertes
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Wikipedia: „Mutter“
Die Wikipedia hat alle Informationen zur Mutter …
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Mutter
-
Wikipedia: „Vater“
… sowieso zum männlichen Elternteil …
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Vater
-
Wikipedia: „Kind“
… und natürlich auch zum Kind.
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Kind
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Dieser Artikel stammt aus Markus Schnitzlers Internet-Magazin „Kein Blatt“, Ausgabe
September 2010. Den Original-Text und weitere Informationen lesen Sie online unter www.kein-blatt.de.
Dokument ausgedruckt am 5. September 2010 um 8:23 Uhr
© 2010 Markus Schnitzler, Düren